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Chronik 1952-71
1953 - Das Angebot wächst...

Während das Anfangssortiment von 1952 ausschließlich den Modellen der jungen "Deutschen Bundesbahn" nachempfunden war, hatte man für 1953 bereits ein erstes Modell nach schweizer Vorbild im Angebot: Ein Modell der elektrischen Rangierlok Ee 3/3 (Kat.-Nr. 1330):

Das Modell war trotz der geringen Abmessungen mit Licht, einer richtig arbeitenden Blindwelle und Kuppelstangen ausgestattet und stellte für die damalige Zeit eine technische Meisterleistung dar. Vorraussetzung war allerdings, dass man den damaligen Verkaufspreis für die Lok von immerhin DM 32,50, umgerechnet ca. €17,--, auch zahlen konnte - denn dies entsprach damals sehr viel Geld, weshalb der Erwerb dieser schönen Lok vielen vorerst verwehrt blieb. Ein neu entwickelter, in der Bauform kleinerer Motor ("Motor 53"), s.u. , war dabei im Unterschied zu den anderen Loks waagerecht von oben auf das Chassis montiert und wirkte über eine Schnecke auf die Zahnräder.  


Um aber auch für den schmaleren Geldbeutel Eisenbahn bieten zu können - also insbesonders den Kindern zu Weihnachten - stellte Fleischmann eine Eisenbahn in einfacherer Ausführung mit Uhrwerksantrieb vor, welche für den billigen Einstieg in dieses Hobby gedacht war.

Im Vergleich zur oberen E-Lok wurde hier die komplette Zugpackung mit Lok, 2 Wagen und Schienenkreis zum sensationellen Preis von DM 12,50 angeboten. Diese einfachere Bahn wurde wohl erst ab 1953 in größeren Stückzahlen tatsächlich verkauft, aber noch als Neuheit 1952, vermutlich zum Weihnachtsgeschäft, angekündigt. Jedenfalls beweist ein entsprechendes Neuheitenblatt, welches der Autor besitzt, dass bereits für 1952 die Startserie angekündigt wurde.

Die Vorderseite dieses wohl seltenen Dokumentes können Sie durch Anklicken des nebenstehenden Bildes betrachten.

Diese Lok und Wagen sind mit einer einfacheren Hakenkupplung ausgestattet gewesen, die so konzipiert war dass auch die "richtige" automatische Kupplung angekuppelt werden konnte.

Noch einmal erwähnt sei der bereits im 1952er Katalog abgebildete Personenwagen 1400 ("Donnerbüchse"), der im Unterschied zur Einfachserie mit Cellonscheiben, Zusatzgewicht, plastisch ausgeführten Achslagerblenden und automatischer Kupplung an die "normalen" Personenwagen angepasst war und in diesem Jahr tatsächlich auch ausgeliefert wurde.


Die abgebildete Stromlinienlok wurde außer als Uhrwerkwerklok (Kat.-Nr. 1250) auch neu in elektrischer Ausführung (Kat.-Nr. 1300) angeboten, dann statt der einfachen Hakenkupplung ebenfalls mit einer automatischen Kupplung, aber nur hinten. Während die Uhrwerkausführung ein Chassis aus Blech hatte, wurde die elektrische Ausführung mit einem einfachen Chassis aus Zinkdruckguss und dem großen Blockmotor wie aus der BR01 bzw. E44 bekannt ausgeliefert.
Im Unterschied zu den höherpreisigeren anderen Lokmodellen war diese Lok aber ohne Beleuchtung und das Gehäuse statt aus Zinkdruckguss aus einem recht bruchempfindlichen Kunststoff (Bakelit) hergestellt worden. Laut Beschreibung handelte es sich bei der Lok um eine Nachbildung der Henschel-Lok St 24.18 der DB. Da eindeutig als Kinderspielzeug konzipiert, haben wohl nur wenige dieser Loks die Zeit im unbeschädigten Zustand überdauert und sind deshalb neuwertig auch sehr begehrt.

Technische Neuheit Motor "53"
Im Unterschied zu den Lokomotiven der Startserie 1952 und auch der jetzt vorgestellten Stromlinienlok in elektrischer Ausführung war in der oben erwähnten E-Lok Ee 3/3 ein anderer Motor verbaut: Der neue Motor "53" stellte eine Neuentwicklung des Motors des Startjahres dar, welcher wiederum dem Spur O Programm entstammte.

Der neue Motor war in der Bauform kompakter und laufruhiger als der Vorgängermotor und sollte ab sofort für alle Neuentwicklungen der neue Standard werden. Einen Vergleich des Motors der Startserie und des neuen Motors "53" ist am Beispiel der BR 80 abgebildet. Der bisherige alte Blockmotor wurde bis 1956 in den Loks der BR 01 und der Stromlinienlok ST 24.18 verbaut, dagegen bei der BR80 und auch der E44 bereits 1955 durch den neuen Motor abgelöst. Ab 1957 wurde der neue Motor 53 leicht modifiziert in allen Loks mit 14V Elektroantrieb eingebaut.

Die "Startserie" wird vorgestellt
Die Idee sogenannter "Startserien" war nicht neu, auch die anderen Modellbahnhersteller hatten immer solche Angebote, um damit die Hemmschwelle zum Kauf einer Eisenbahn möglichst niedrig zu setzen. Fleischmann selbst aber stellte mit diesem Anfang den Grundstein für eine sehr erfolgreiche und weit verbreitete Serie. Sie sollte ein großes Sortiment in den folgenden Jahren, insbesonders mit verschiedenen Varianten an Bierwagen,  erreichen.

Dabei wurde der gedeckte braune Tonnendachwagen aus dem Startjahr (1460) in verkürzter Variante aus Stahlblech mit Chromlithographie hergestellt (Katalog-Nummer 1210). Auch das Dach war hier aus Blech. In den Folgejahren wurde dieser Wagen in einer Vielzahl unterschiedlicher Farbvarianten angeboten.
Im Unterschied zu den hochwertigeren und teureren Wagenmodellen der 14xx Serie war die Startserie unter den Nummern 12xx im Katalog gelistet. Außer der einfacheren Ausführung mit Hakenkupplung speziell für die Uhrwerkbahn wurden die Blechwagen der Startserie auch mit automatischer Kupplung geliefert - dies wurde mit einem vorangestellten "A" (= Automatisch) vor der jeweiligen Katalognummer dokumentiert.
Relativ bald wurde zusätzlich noch eine plastische Achslagerblende aus Guss angebracht - wohl um doch ein modellmäßigeres Aussehen zu erreichen.
Im Jahr 1953 ausgeliefert wurde der Personenwagen (Kat.-Nr. 1200), ein offener Güterwagen (Kat.-Nr. 1205), der Tonnendachwagen braun (Kat.-Nr. 1210) und derselbe als Bierwagen weiß "Reichelbräu" (Kat.-Nr. 1211) bzw. Kühlwagen "Seefische" (Kat-Nr. 1212).

Zusätzlich zu diesen Neuheiten wurde das Sortiment auch mit weiterem Schienenmaterial und anderem Zubehörmaterial wie z.B. Schalter erweitert.



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