Preisfindung Fleischmann Modelle - SAMMLERTREFF.DE

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Preisfindung nach Alter und Zustand

Aufgrund des hohen Alters der Artikel aus den 50er und 60er Jahren ist erfahrungsgemäß auch sehr viel rollendes Material angeboten, welches im schlechten Zustand ist oder auch "geschönt" ist - das können Umlackierungen sein oder auch das typische Merkmale bewusst verändert werden, um z.B. eine seltene Version eines Modells vorzutäuschen! Auch können natürlich Teile fehlen, Gehäuse verzogen sein usw.

Das oben abgebildete Beispiel soll das verdeutlichen: Bespieltes Modell einer BR24, etwa 1957, aber Gestänge fehlt oder der Wagen, ebenfalls starke Spielspuren, Gehäuse verzogen, Metallteile angerostet. Also: Nur Ersatzteil bzw. Schrott, evtentuell auch noch zum Spielen - aber auf jeden Fall keine Sammlerstücke! Sowas wäre in dem Zustand also nur wenige Euro Wert - dagegen neuwertig, mit Originalkarton und vielleicht die erste Version des Modells könnte immerhin mehr als € 100,-- erzielt werden können.

Der Sammlertreff möchte hier einige Tips geben, wie das Alter und der Zustand eines Modells eingeschätzt werden kann. Speziell wer nicht so erfahren ist kann sonst schnell sprichwörtlich viel Lehrgeld zahlen.

Alterseinschätzung:
  • "Stempelung"
    Die wichtigste Schnelleinschätzung: Fleischmann begann etwa Anfang 1953 damit, am Wagenboden eine Stempelung als Prüfziffer aufzustempeln. Der erste mir bekannte Stempel betraf die Wagenmodelle von 1953, die den Stempel "B 4/3" erhielten. Ab 1954 wurden auch die Loks gestempelt. Mir bekannt ist z.B. "A 1/4" auf eine Dampflok BR 01 von 1954. Die letzte Ziffer bestimmte das Produktonsjahr.

    In der Regel sind viele Modelle nur wenige Jahre oder nur ein Jahrzehnt produziert worden. Modelle, die länger produziert wurden, hatten wiederum andere Merkmale, die dann Aufschluss geben, ob etwas eben 1956 oder 1966 hergestellt wurde. Somit ist das Herstellungsjahr relativ gut zu bestimmen. Die Abbildung zeigt den Stempel "8/6" am Tenderboden einer BR 01 , Kat.-Nr. 1360. (Also von 1956) - Obwohl der Tender bis 1966 an der Nachfolgelok weiterverwendet wurde, würde dieselbe Stempelung dort aufgrund anderer Merkmale, z.B. Farbe nicht hellrot sondern dunkelrot, genietete Plättchen der Drehgestelle schwarz und nicht chromfarben eben auf das Produktionsjahr 1966 deuten.

  • Chassis (Fahrwerk)
    Modelle speziell der frühen 50er Jahre erfuhren über den Produktionszeitraum oftmals technische Verbesserungen. Obwohl viele davon natürlich durch Ummontieren falsche Tatsachen vorgaukeln können sind einige Merkmale doch recht sicher. So gibt z.B. das Fahrwerk einer Lok oft sehr gut Aufschluss, wann sie produziert wurde. Deshalb werden Loks und Wagen gerne auch von unten fotografiert, um z.B. bei ebay eine gute Einschätzung zu ermöglichen. Die Fahrwerke der BR 01, BR 80, E44, aber auch der Ae 3/3 hatten in den Anfangsjahren ein geschlossenes Chassis, später ein offenes Chassis und teilweise verschiedene Varianten an Rädern, die eine Alterseinschätzung ermöglichen. Diese Hinweise sind dann im Katalog detailliert beschrieben.

  • Kupplungen, Motoren, Puffer, Zylinder der Dampfloks, Stromabnehmer
    Auch diese Bauteile erfuhren in den Anfangsjahren eine gewisse Veränderung. So gabe es die ersten großen Kupplungen, später kleinere mit Horn, danach ohne Horn oder zuerst Stromabnehmer aus Blech, ab 1953 aus Draht. Aber leider lassen sich alle diese Bauteile wegschrauben bzw. tauschen, so dass sie nicht wirklich zur Altersbestimmung benutzt werden können. Natürlich kann man anhand unverbastelter Modelle durchaus trotzdem auf das Alter schließen - es ist aber eben selbst für den kundigen Sammler kein 100%-iges Bestimmungsmerkmal.

Erhaltungszustand:
  • Lackierung
    Das ist mit das wichtigste Merkmal, um den Wert eines Modells bestimmen zu können. Sammelwürdig ist prinzipiell natürlich immer, was einem selber gefällt. Wenn man aber an einen späteren Wiederverkauf denken möchte, sollte man bedenken, dass sich meist eben nur für neuwertige Modelle auch ein sinnvoller Preis erzielen lassen kann. Damit sollte der Lackierung größte Aufmerksamkeit zukommen : Kratzer, kleine Abplatzer im Lack oder Ausbesserungen mindern den Wert eines solchen Modells.

  • Unversehrheit
    Fast selbstverständlich: Ein Modell sollte immer komplett und unbeschädigt sein - keine Abbrüche von Treppen, keine beschädigten Stromabnehmer, fehlende oder beschädigte Windleitbleche an Dampfloks etc. Bekannt ist dafür z.B. das Modell der Ae 3/3, Kat.-Nr. 1330: Hier sind oft Modelle mit mindestestens einer abgebrochenen Treppe im Angebot. Das ist ein deutlicher Mangel!

  • Laufspuren an den Rädern
    Unbenutzte Modelle, d.h. keine oder nur minimale Laufspuren an den Rädern bedeuten einen höheren Preis als wenn das Modell tatsächlich auf der Anlage gelaufen ist. Sammler versuchen meist, den "ladenneuen" Zustand zu bekommen. Gebrauchsspuren mindern dann eben den Preis.

  • Originalkarton
    Der Sammler liebt es natürlich, wenn das Modell möglichst noch mit dem damals ausgelieferten Originalkarton und vielleicht auch noch der Bedienungsanleitung daher kommt. Bei manchen Loks ist auch ein gut erhaltener Originalkarton noch einige Euro Wert! Modelle im Originalkarton sind meist teurer angeboten, verkaufen sich andererseits später auch besser und lassen sich darin eben auch gut aufbewahren.

    Originalkarton für Lokomotiven:
    Anfangs gab es von 1952-56 blaue Kartons mit Stülpdeckel, teilweise auch welche in orangebrauner Farbe. Ab 1957 gelber Karton mit Sichtfenster und loser Lasche mit Artikelnummer, Seiten rot. Fehlende Lasche bedeutet auch keine preisliche Berücksichtigung des Kartons!
    Beispiel:


    BR24, Artikelnummer 1350 von ca. 1958 mit komplettem Originalkarton

    Originalkarton für Wagen:
    Anfänglich graue Kartons mit Stülpdeckel. Erste Serie war teilweise (mit Ausnahme der D-Zugwagen und der Kesselwagen) auch in einem liegenden Karton mit Stülpdeckel ausgeliefert - dieser ist sehr selten mal angeboten und bringt in gutem Zustand auch leer schon € 50,-- !

    Ab 1957 ebenfalls gelber
    Karton mit Sichtfenster und loser Lasche mit Artikelnummer, Seite grün. Fehlende Lasche bedeutet auch keine preisliche Berücksichtigung des Kartons!
 
Der Sammlertreff hofft, dass diese Angaben ihnen den Weg ein wenig ebnet, alte Fleischmann Modelle richtig einschätzen zu können. "Alt" bedeutet nun mal nicht automatisch "wertvoll" -andererseits können Sie mit ein wenig Kenntnis viele schöne Modelle für wenig Geld erwerben, wenn sie nicht gezielt die größten Raritäten suchen! Nun viel Vergnügen beim Durchforsten des Katalogs.




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